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Ludger Kenning – Achim Rickelt

Kleinbahnreise über die Insel Rügen

Band 2: Strecken und Stationen
Ludger Kenning – Achim Rickelt

Kleinbahnreise über die Insel Rügen

Band 2: Strecken und Stationen
Verlagsgruppe Bahn
  • ISBN: 9783944390178
  • Erschienen am 14.02.2020
  • 336 Seiten
  • ca. 588 Abbildungen
  • Format 25,0 x 21,0 cm
49,95

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Produktinformationen "Kleinbahnreise über die Insel Rügen"

Nach der ausgiebigen Schilderung des Fahrzeugparks des Rügenschen Schmalspurnetzes geht es jetzt um die Charakte­ristik der Strecken, die typischen Zugformationen und um die Eigenheiten, Bedeutungen und baulichen Entwicklungen der Stationen – dokumentiert und garniert mit vielfältigen Szenen aus dem Betriebsalltag, mit fotografischen und zeichnerischen Übersichten der Anlagen sowie mit viel Lokalkolorit.

Wir beginnen unsere Kleinbahnreise in Altefähr, dem Tor zur Insel Rügen und einst der Ausgangspunkt der Südstrecke nach Putbus. Der etwa 35 km lange Abschnitt mit seinen wichtigsten Zwischenstationen Poseritz, Puddemin, Garz und Ke­telshagen erschloß eine landwirtschaftlich geprägte Region und verzeichnete auch wegen der Kreide- und Kohletransporte bis zuletzt ein hohes Frachtaufkommen. Die Fahrgäste mußten also in den gemischten Zügen mit langen Rangieraufent­halten eine Fahrzeit von über 2. Std. für die Gesamtstrecke hinnehmen – aber man hatte ja Zeit. Der Deutschen Reichs­bahn war diese Beschaulichkeit jedoch ein Dorn im Auge: So kam bereits im Herbst 1967 das Ende für die Südstrecke.

Ebenso längst Geschichte ist die knapp 38 km lange Nord­strecke von Bergen nach Altenkirchen, dem seinerzeit nördlichsten Bahnhof der DR. Die legendäre Wittower Fähre, ein Kleinbahntrajekt über den Rassower Strom, lockte in den 60er Jahren zahlreiche Eisenbahnfreunde aus Nah und Fern an. Wie auf der Südstrecke überwog hier wie­derum der Güterverkehr, vorwiegend in den Bahnhöfen Trent, Wiek und Altenkirchen, aber auch in den vielen kleineren Stationen, von denen etliche zur Kleinbahn- und teils noch zur Reichsbahnzeit einen Feldbahnanschluß zu landwirtschaftlichen Anwesen besaßen. Einen Umschlag zwischen Schiff und Kleinbahn gab es in Wiek sowie zeitweise am Bollwerk in Wittower Fähre. In den 60er Jahren war auch die marode Nordstrecke für die Reichsbahn nicht mehr zu halten: Im Sommer 1968 führte eine Kollision mit einem Traktor zum vorzeitigen Aus des Nordteils Fährhof – Altenkir­chen und im Dezember 1969 brachten heftige Schneeverwehungen auch die Strecke Bergen Ost – Wittower Fähre endgültig zum Erliegen.

Besser erging es der 1895-99 etappenweise er­bauten, gut 24 km langen Bäderstrecke Putbus – Göhren, heute als „Rasender Roland“ weit bekannt. Sie trug maßgeblich zum Aufschwung der Bade­orte Binz, Sellin, Baabe und Göhren bei und verzeichnet seit jeher zur Badesaison ein beträchtliches Fahrgastaufkommen. Geräumige vierachsige Reisezugwagen und einige Jahre lang auch komfortable Speisewagen boten dem Publikum zur Kleinbahnzeit ein besonderes Reisegefühl. Wich­tige Aufgaben erfüllte die Bahn daneben mit der Beförderung von Expreßgut, Gepäck und Versorgungsgütern, vor allem Kohle. Nach der Einstellung des Güterverkehrs im Jahr 1967 wollte sich die Deutsche Reichsbahn in den 70er Jahren auch von der Bäderbahn trennen, aber dank der Initiative vor allem von Eisenbahnern und Eisenbahnfreunden wurde der Rasende Roland unter Denkmalschutz gestellt und samt seiner Fahr­zeuge grundsaniert. Nach wechselvollen Nachwendejahren fährt er als Rügensche BäderBahn (RüBB) unter dem Dach der in Jöhstadt ansässigen PRESS nun einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen.

Betrieblich eng mit dem Rü.K.B.-Netz verbunden war die staatliche Nebenbahn von Bergen über Putbus nach Lauterbach. Sogar Fernzüge kamen nach Putbus, wo die Reisenden Anschluß an die Kleinbahnzüge zu den Badeorten hatten. Für den Regelverkehr ist heute ebenso die PRESS zuständig, zu­dem fahren die Schmalspurzüge im Sommer auf dem Drei­schienengleis bis zum neuen Haltepunkt Lauterbach Mole. Alles einsteigen bitte!

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