Erich Schairer

Dr. Erich Schairer (1887–1956), geboren in Hemmingen, war einer der interessantesten, originellsten und mutigsten Journalisten Deutschlands. Er verstand sich nie als bloßer Berichterstatter, sondern verband seinen Journalismus stets mit gesellschaftspolitischen Vorstellungen, denen er als Redakteur des »Reutlinger General-Anzeigers«, als Chefredakteur der »Heilbronner Neckarzeitung«, vor allem aber in seiner eigenen Gründung, der heute legendären »Sonntags-Zeitung« (1920 bis 1937), auf einfallsreiche, unorthodoxe und lebendige Weise Ausdruck zu geben wusste. 1912 bis 1914 war er als Nachfolger von Theodor Heuss Privatsekretär des liberalen Politikers Friedrich Naumann. 1937 wurde er von den Nazis zum Verkauf seiner »Sonntags-Zeitung« gezwungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schairer Chefredakteur des »Schwäbischen Tagblatts« in Tübingen und ab 1946 zusammen mit Josef Eberle Herausgeber der »Stuttgarter Zeitung«. Mit dem Erwerb des Cotta-Archivs legte er den Grundstein für das Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar.